2/27/2002 8:15 EST
Johnson Controls wendet erstmals In-Mold Graining für Instrumententafeln
an:
Verschiedene Narbungen auch an scharfen Kanten
Burscheid - Eintönige Muster auf den Oberflächen von Instrumententafeln
gehören künftig der Vergangenheit an: Johnson Controls, eines der
weltweit größten Unternehmen in der automobilen Innenausstattung, hat
die sogenannte In-Mold Graining-Technologie für die Gestaltung von
Cockpits und Türverkleidungen weiterentwickelt. Mit dem Verfahren ist es
möglich, in einem Arbeitsschritt verschiedene Narbungen nebeneinander
auf die Oberfläche zu prägen. Johnson Controls ist das erste
Unternehmen, das diese Technologie für größere Oberflächen zur
Serienreife bringt.
In-Mold Graining ist ein Kaschierverfahren, bei dem die in der
Automobilindustrie häufig genutzte thermoplastische Polyolefin-Folie
(TPO) ihre Oberflächenstruktur durch ein speziell genarbtes Werkzeug
erhält. Die ungeprägte Folie wird mit Hilfe eines Vakuums im Werkzeug
geformt und geprägt. Im selben Arbeitsschritt wird das Material auf den
Träger kaschiert. So lässt sich ein Verzerren der Narbung an scharfen
Kanten, wie es bei Verfahren mit vorgeprägten Folien und Häuten
vorkommen kann, vermeiden. Um eine weiche Haptik zu erzeugen, nutzt
Johnson Controls TPO-Schaumfolie.
Eine Kombination der Technologie mit herkömmlichen Schaumverfahren ist
ebenfalls möglich. Mit In-Mold Graining lässt sich die Umsetzung von
gegenwärtigen Trends im Innenraumdesign optimieren.
Gewicht einsparen mit recyclingfähigen Materialien
In Verbindung mit leichten Trägermaterialien ermöglicht das Verfahren,
das Gesamtgewicht des Cockpits zu reduzieren. Um diesen Effekt optimal
auszunutzen, setzten die Ingenieure von Johnson Controls für die
Instrumententafel des Konzeptfahrzeugs Etimos als Trägermaterial Fibrit
ein. Fibrit ist ein besonders leichter Naturfaser-Werkstoff, der zu etwa
90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Grundsätzlich ist es
aber möglich, In-Mold Graining auch in Verbindung mit anderen
Trägermaterialien zu nutzen.
Ein weiterer Pluspunkt für In-Mold Graining ist die positive Auswirkung
auf die Umwelt. Die beim Verfahren genutzte TPO-Folie enthält kein PVC
und kann mit relativ geringem Aufwand vom Trägermaterial getrennt und
werkstofflich wiederverwendet werden. Die Wahl von Fibrit als Trägerwerk
stoff erhöht die Umweltverträglichkeit zusätzlich: Naturfasern sind
nachwachsende Rohstoffe und hinterlassen bei der Entsorgung keine
umweltschädlichen Rückstände. Wird ein Trägermaterial verwendet, das im
chemischen Aufbau der TPO-Folie ähnlich...